Donnerstag, 25. Oktober 2012

Koschka von Innen 1

Die neue Serie zum Buch "Innenfutter" von Minou Mai, wo man sich die großen Fragen des Lebens stellen kann. Einmal in der Woche möchte ich ein paar Fragen aussuchen und sie hier im Blog beantworten. Knallehrlich. Zur Einsicht vielleicht. Oder zum Kennenlernen. Womöglich ermuntern die Themen euch auch, euch selbst Gedanken zu machen. 
Ich beginne einfach da, wo man am Leichtesten beginnt, nämlich vorne. Beim Glück.

1. Bist du heute schon richtig glücklich gewesen?
Es ist mitten in der Nacht, also ist heute relativ. ;-) Aber wenn ich mal die vergangenen vierundzwanzig Stunden als Basis nehme: Nein. Wenn ich drüber nachdenke, ist "richtig glücklich" ein seltener Zustand. Einer, der eher spontan in einer bestimmten Situation entsteht und viel mit dem Faust'schen Augenblicke zu tun hat, zu dem man sage möchte: Verweile doch, du bist so schön. Und diese Augenblicke kommen alle paar Jahre mal vor. Natürlich ist es auch ein kleiner Glücksmoment, wenn die Katze sich an mich drückt, mir eine Formulierung gelingt oder mir jemand was Liebes sagt. Aber das richtige Glück ist die Nadel im berühmten Heuhaufen.

2. Was könnte dich richtig glücklich machen?
Sicherheit. Die Freiheit, immer das machen zu können, was ich machen möchte. Ohne Zukunftsangst zu sein. Rückhalt haben. Geliebt werden genauso wie man ist. Erfolg haben.

3. Wer könnte dich glücklich machen?
Nur ich selbst. Ich glaube nicht daran, dass Glück von außen entsteht. Es ist die innere Freiheit, die man finden muss. Der Augenblick muss aus einem selbst kommen. Niemand sonst kann ihn herstellen.

4. Sieht man dir Traurigkeit, Freude, Häme oder Langeweile an?
Immer. Ich bin ein total offenes Buch. Das hat mir schon oft Nachteile verschafft oder Menschen verschreckt/verstört/verärgert. Ich habe allerdings relativ gut gelernt, Freude zu faken. Einfach weil das gesellschaftlich bequemer ist, sonst käme man ständig an den Punkt, wo Streit unvermeidlich ist. Traurigkeit, Häme und Langeweile gewinnen aber immer, da kann ich gar nichts machen.

5. Hilfst du manchmal mimisch ein wenig nach, damit man dir deinen aktuellen emotionalen Zustand auch wirklich ansieht?
Das kommt darauf an. Wenn ich hoffe, mich damit aus einer bestimmten Situation befreien zu können, verstärke ich den Zustand schon mal. Also gefühlte Langeweile durch Gähnen unterstützen, gefühlten Ärger durch entsprechende Mimik. Ich würde sagen, das passiert nicht komplett unbewusst, vielleicht halbautomatisch.

6. Kannst du Glücksempfindungen künstlich erzeugen (zB durch Schuhkauf oder Schokoladenverzehr)?
Nein, das hilft bei mir alles nichts. Das sind höchstens kurze Ablenkungen. Glück empfinde ich nach einer Leistung, und die ist nicht künstlich herstellbar, sondern muss erarbeitet werden. Womit wir wieder bei Faust wären. Aber das ist ein längeres Thema.

7. Hast du einen Glücksbringer, der vorzeigbar ist?
Ich lege mir immer wieder welche zu. Aber sie wechseln. So das eine Ding, das ich auswählen könnte, gibt es nicht. Glücksbringer haben bei mir stets mit Menschen oder Situationen zu tun. Geschenke von jemandem, der mir wichtig ist. Oder Gegenstände, die an einem bestimmten Ort, einem speziellen Ereignis erworben worden sind. Davon besitze ich mehr als genug. Doch keiner davon ist "der Eine". ;-)

8. Gibt es gewisse "Fremdartigkeiten" deiner Mitmenschen, die negative Emotionen in dir aufkeimen lassen, ohne dass du dir das selbst erklären kannst?
Erklären kann ich die negativen Emotionen meistens schon. Ist ja auch mein Job. ;-) 
Hm, am Ehesten vielleicht sehr "weibliche" Frauen, also so Mädchenmädchen oder Tussis. Die ihren Koffer mit den manikürten Nägeln nicht selbst tragen können, bei jedem technischen Problem gleich nach männlicher Hilfe rufen, ständig ihre weiblichen Reize vor sich hertragen als wären sie ein Orden oder ein bestandenes Examen. Die mit hohen Stimmchen sprechen und albern kichern. Und die als einziges Lebenskonzept Brautsträuße jagen, Hochzeiten planen, ihre Kinder Chantalle und Esmé nennen, sich irgendwann schönheitsoperieren oder alternativ gewinnbringend scheiden lassen. Solche Frauen kann ich beim besten Willen nicht ab. Nicht umsonst hatte ich die unkompliziertesten Freundschaften meist zu Männern, fühle mich in Männerrunden ziemlich daheim, habe fast nur sehr burschikose Freundinnen, burschikose Hobbies und trage begeistert Turnschuhe.

9. Weinst du im Kino eher, wenn Hund und Reh sterben oder wenn zwei Liebende sich kriegen?
Beides. Ich weine immer im Kino, ich glaube, für mich sind rührselige Soundtracks komponiert. Eine Geige und schon geht es los. :-D

10. In welcher Situation hast du das letzte Mal vor lauter Glückseligkeit hörbar gejauchzt (von sexuellen Höhepunkten abgesehen)?
Das hab ich noch nie. Ich glaube, dazu bin ich zu sehr Kopfmensch. Da hab ich eine Sperre.

Das waren die ersten zehn Fragen aus dem Büchlein "Innenfutter". Hat gar nicht wehgetan. Und erstaunlich, manche Antworten haben mich selbst überrascht! 8-)

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